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Stolpersteintour durch Reichenbach
Freitag, 9. November 2018, 15:00 - 17:30
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Informationen aus dem Reichenbacher Anzeiger:

Am 09. November jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal.
Diesem  Ereignis  wird  in  Reichenbach  in  diesem  Jahr  mit  einer Stolpersteintour gedacht.

Sie beginnt 15:00 Uhr vor dem Rathaus

und verläuft durch die Innenstadt über den Markt, die Straßen Am Graben, Weinholdstraße,
Weststraße und Zwickauer Straße.

Im Anschluss
findet 16:30 Uhr eine ökumenische Gedenkandacht in der Trinitatiskirche statt.

Im  Rahmen  der  Tour  wird  der  Stolperstein  für  Elisabeth  Beutler  in  der  
Weinholdstraße  ausgetauscht  (Auf  dem  Foto  rechts  ist  der  neue  Stein abgebildet).
Im vergangenen Jahr war aufgefallen, dass die Daten auf dem bisherigen
Stein  aufgrund  einer  Vermischung  zweier  Biographien  fehlerhaft  sind.  
Durch die Recherchen der Journalistin Petra Steps konnte die Verwechslung
aufgeklärt werden. Elisabeth Beutler wurde nicht, wie auf dem Stein zu
lesen,  1944  in  Berlin  Plötzensee  hingerichtet.  Stattdessen  gelang  ihr  
1936 die Flucht in die USA.
Als sich im Deutschen Reich und auch in Reichenbach am 09. November 1938
der rassisch motivierte und gelenkte Hass auf Juden in einem gewaltsamen
Pogrom  entlud,  war  Elisabeth  bereits  in  New  York.  Die  Verwüstung  von  
Wohnungen  und  Geschäften,  die  Verhaftung  und  Misshandlung  von  
Mitmenschen musste sie nicht mehr miterleben. Aber anderen Reichenbachern
blieb dieser vorläufige Höhepunkt, einer seit Jahren betriebenen Ausgrenzung
und  Diskriminierung  jüdischer  Mitbürger  aus  der  Öffentlichkeit,  die  in  
systematischen Tötungen Gipfelte, nicht erspart.
Die Bedeutung der Stolpersteine
Mit  „Stolpersteinen“  wird  dezentral  auf  der  Straße,  mitten  im  Alltag,  
an  die  Opfer  des  Holocaust  gedacht.  Während  man  großen  zentralen  
Gedenkstätten ausweichen kann, liegen die Stolpersteine buchstäblich im
Weg. Sie erinnern auch heute noch die Mitmenschen daran, was zwischen
1933  und  1945  direkt  in  ihrer  unmittelbaren  Nachbarschaft  geschah.  
Die  Steine  sollen  das  Bewusstsein  dafür  stärken,  dass  sich  diese  Taten  
mitten in den Städten abspielten und dass die Opfer aus der Mitte der
Gesellschaft kamen.
Stolpersteine in unserer Stadt
In Reichenbach sind neun dieser kleinen Betonquader mit einer 10 x 10
cm großen Fläche, die mit einer Messingplatte abschließt, verlegt.
Diese sind in der Regel mit dem Schriftzug „Hier wohnte“, dem Namen,
dem Geburtsjahr und dem Schicksal des Menschen, meist auch dem Datum
der Flucht, Deportation oder des Todes versehen.
Der Stein wird jeweils bündig in den Bürgersteig oder die Straße direkt
vor der Haustür zur letzten Wohnung des Opfers eingelegt.
Schüler der Weinholdschule laufen die Stolpersteintour
Um auch künftige Generationen diese Geschichte zu vermitteln, werden
Schüler der neunten Klassen der Weinholdschule an der Stolpersteintour
am 09. November teilnehmen.
Sie  beschäftigen  sich  darüber  hinaus  im  Unterricht  mit  dem  Thema,  
das  durch  die  Tour  anschaulicher  und  nahbarer  wird.  Die  emotionale  
Vermittlung des Themas, wie es mit dem Projekt „Stolpersteine“ gelingt,
ist genauso notwendig wie das Lernen der Fakten.
Die  Reichenbacherinnen  und  Reichenbacher  können  sich  gern  der  
Stolpersteintour anschließen.

Quelle: Reichenbacher Anzeiger 12/15, 02.11.2018